| Solarstrom vom ehemaligen Betriebsgelände
Sachsen‐Anhalt/Goldbeck: Die Beck Energy GmbH baut auf dem zu einem Gewerbegebiet umgewandelten Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Goldbeck ein Freiflächen‐Solarkraftwerk, das auf einer Fläche von gut zwei Hektar umweltfreundlichen Strom für knapp 180 Haushalte liefern wird. Die Bauarbeiten beginnen Mitte Oktober und sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
„Die Anlage liefert einen wichtigen Beitrag zur Ökobilanz von Goldbeck“, berichtet der Projektentwickler Thomas Kuhlmann von der Beck Energy Niederlassung in Jessen. „Der Standort eignet sich hervorragend.“ Das Solarkraftwerk mit dem knapp 180 Goldbecker Haushalte mit Strom versorgt werden können, ist ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg der Gemeinde zur Erreichung, des im Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) vorgegeben Ziels, den Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromversorgung Bis 2020 auf 30 Prozent zu steigern.
Auf einer Fläche von gut zwei Hektar hinter dem Verwaltungsamt sowie in der Nähe des so genannten Schlammbergs werden in Goldbeck etwa 8000 Solarmodule auf Stahlkonstruktionen in langen Reihen aufgestellt. „Wir versiegeln dabei kaum Flächen“, berichtet Thomas Kuhlmann. Unter und zwischen den Modulen legt die Beck Energy GmbH großen Wert auf eine extensive Begrünung, die auch Kleinlebewesen, wie Grashüpfern oder Käfern, als Lebensraum dient. „Die Anlage hat fast den Charakter eines Biotops“, stellt der Projektentwickler heraus.
Bemerkenswert ist auch die Flächeneffizienz der Anlage. Es wird kaum Land verbraucht, aber dennoch viel Strom erzeugt. In Goldbeck mehr als 600 000 Kilowattstunden im Jahr. „Wollte man die gleiche Menge mit Biomassekraftwerken erzeugen, dann müsste man auf 20 Hektar Mais anbauen“, erklärt Thomas Kuhlmann. Für die Stromproduktion mit Biogas würde die verbrauchte Fläche gar bei gut 100 Hektar liegen. Mit dem Kraftwerk in Goldbeck, das zu 100 Prozent ökologischen Strom liefert, könnten jährlich gut 400 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
Die Bauarbeiten an der Anlage sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Wir wollen mit der Anlage vor 2010 ans Netz gehen“, macht Thomas Kuhlmann klar, dass der Strom aus der Sonne schon bald fließen soll. 20 Jahre lang – so lange wurde ein Pachtvertrag zwischen der Beck Energy GmbH und der Gemeinde geschlossen – würde die Anlage dann regenerative Energie liefern. Das Projekt in Goldbeck soll nicht das letzte in der Region sein. „Wir würden gerne weitere Kraftwerke realisieren und sind ständig auf der Suche nach passenden Flächen“, erklärt der Projektentwickler.
Mit der Beck Energy GmbH tritt in Goldbeck ein Pionier in Sachen Freiflächen‐ Solarkraftwerke auf. Die 2002 gegründete Firma mit Sitz in Kolitzheim und einer Niederlassung in Jessen, ist europaweit das einzige Unternehmen, das schlüsselfertige Solarkraftwerke komplett plant, projektiert und auch errichtet. In Europa wurden bereits mehr als 55 solcher Anlagen gebaut ‐ in Spanien, Frankreich, Tschechien, Rumänien und Amerika genauso wie in der Region. Beck Energy verwendet hauptsächlich moderne First Solar Dünnschichtmodule, die sich durch hohe Energieerträge und geringen Rohstoffverbrauch auszeichnen. Die Solarmodule werden von First Solar im Werk in Frankfurt/Oder gefertigt. Für die Einspeisung des Stroms ins örtliche Netz werden Wechselrichter des Weltmarktführers SMA verwendet.
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